Illusions du Réel

Oeuvre permanent, Musée Borély, Marseille

2013 · 288×274×4 cm · Porcelain, Digital print, Laser engraving, Gold

De l’assiette servant comme support de décor mural à l’instar des assiettes décoratives du XIXe siècle, telles celles de Théodore Deck présentées dans la collection du Musée Borély. Ordonnées sur le mur du palier de l’escalier d’honneur, les assiettes évoquent un vaisselier d’apparat, digne d’une grande demeure et par là-même, la destination festive de Borély, bastide familiale, lieu de fêtes et de réceptions.

Il dresse un ornement subversif par ce reportage du chantier fragmentaire en rendant hommage aux personnes travaillant dans l'ombre, aujourd’hui comme à l’époque de la construction de la bastide, permettant ainsi la réalisation de ce joyau architectural et artistique.

Pièce réalisée grâce au mécénat du groupe Eifage et de la Manufacture Bernardaud


Since the 14th century, plates served as furnishings and for decoration in the rooms in which aristocratic banquets were held. The 64 plates on the stairway of Château Borély are displayed on a wall shelve reminiscent of the period and which conveyed by the number of rows, the social status of the host, yet were also meant as a subversive ornament.

There are no hunting scenes or other dramatic depictions to be seen, but fragments of renovation, wall sketches, and peeled off color spots. In this manner, the installation places at center the craftsman who made the realization of such an estate possible.

The work could be realized through the generous support of Groupe Eifage and Manufaktur Bernardaud

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An der Wand der Ehrentreppe des Schlosses Borély von Marseille sind vierundsechzig Teller als zeitgenössische Wandkredenz installiert.

Teller dienten schon seit dem 14. Jahrhundert als Ausstattung und Dekoration von Räumen, in denen aristokratische Tafelrunden stattfanden. Früher hatten diese Wandgestelle nicht nur eine praktische, sondern auch eine repräsentative Funktion. So sollten die Anzahl Reihen den gesellschaftlichen Status des Hausherrn abbilden.

Dem gegenüber ist die Arbeit Illusions du réel als subversives Ornament gedacht. Mit dieser Bildarbeit auf Tellern lade ich die Besucher ein, die abgebildeten Geschichten vor dem inneren Auge lebendig werden zu lassen. Zu entdecken sind Momentaufnahmen aus der jüngeren Vergangenheit des Schlosses. Die fragmentarische Auswahl der Videostills und deren Transposition auf Porzellanteller geben den alltäglichen Szenen der Baustelle und der Umgebung des Schlosses etwas Unwirkliches.

Die Wandkredenz von Borély geht der gesellschaftspolitisch zentralen Frage des Zusammenspiels von Geld, Macht und Arbeit nach. So sind nicht etwa Jagdszenen oder andere heroische Momente auf den Tellern zu sehen, sondern Fragmente der Renovation, Wandskizzen und abgeblätterte Farbflecken. Die poetisch unscharfe Bildsprache wird gebrochen durch deren Inhalte, durch die eingravierten Skizzen und die Goldflecken. Damit rückt die Installation die Handwerker ins Zentrum, die den Bau und den Unterhalt eines solches Schlosses erst ermöglichen.